Fotoausstellung: Zeitreise in den braunschweigischen Weserdistrikt

Datum
05.07.2018
Uhrzeit
10-17 Uhr
Kategorie
Ausstellung

Ausstellungs- und Buchprojekt: Die Dörfer und Städte des Kreises Holzminden im Jahre 1896 und heute

Das „Koken-Album“ ist ein fotohistorischer Schatz. Dieses Foto-Album wurde dem Holzmindener Kreisdirektor Hermann Koken zum Abschied im Jahre 1896 überreicht. Der Holzmindener Fotograf Otto Liebert hat dafür sämtliche Orte des damaligen Kreises Holzminden im Herzogtum Braunschweig fotografiert. Dabei entstand eine in seiner Geschlossenheit fotohistorisch einmalige Sammlung von Dorfansichten aus einer Region.

Der Holzmindener Fotograf Jörg Mitzkat hat sich auf die Spuren Otto Lieberts begeben, die alten Aufnahme­standorte gesucht und aktuelle Fotografien der Motive Lieberts angefertigt. Das Ergebnis dokumentiert eindrucksvoll des Wandel des dörflichen Lebens in den vergangenen 120 Jahren.

 

 

Die historischen und aktuellen Fotos sind zu einer eindrucksvollen Ausstellung zusammengestellt worden, die im Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern ab Sonntag, 10. Juni, gezeigt wird. Zeitgleich erscheint ein Begleitbuch, das alle Fotos des Albums sowie in einem Anhang auch Bildpaare von Ortschaften umfasst, die seinerzeit noch nicht zum Kreis Holzminden gehörten wie Polle und Bodenwerder.
Ausstellung und Buch laden zum Eintauchen in die Vergangenheit ein. Zu entdecken sind zahlreiche Kinder in ihrer Alltagskleidung, aber auch Frauen und Landarbeiter, die sich für den Fotografen aufgestellt haben. Außerdem bevölkern Gänse und Enten die ungepflasterten Straßen, über die oft erst Jahrzehnte später die ersten Automobile knattern werden, aber auch ein Pickelhauben tragender Schutzmann zu Pferde wurde von Otto Liebert abgelichtet und dokumentiert, wie sehr sich die Welt in den vergangenen 120 Jahren auch in den kleinsten Dörfern Südniedersachsens gewandelt hat.
Dieser Wandel wird auch in den jeweiligen Bildtexten dokumentiert, die einerseits einen kurzen Abriss der Dorfgeschichte bieten und andererseits die oftmals schwierige Suche des Fotografen nach dem historischen Aufnahmestandort beschreiben.
Der Blick auf die aktuellen Fotografien der Motive regt zum Nachdenken darüber an, wie sich die Dörfer in Zukunft entwickeln sollten, denn die aktuellen Fotos machen deutlich, dass die Bevorzugung des Autoverkehrs den öffentlichen Raum nicht attraktiver gemacht hat. Kamen die Menschen früher kaum aus ihren Dörfern heraus, so halten sie sich heute tagsüber kaum mehr in ihrem Dorf auf, denn dort gibt es heute weder Arbeitsplätze noch Schulen.

Geöffnet bis 05.08.2018 dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen 10 - 17 Uhr; für Gruppen auf Anfrage. Der Eintritt ist frei.

In Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein für Stadt- und Landkreis Holzminden

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