Der Plan vom Schloss

Grundrisse vom Weserrenaissance Schloss Bevern aus vier Jahrhunderten

5. September - 31. Oktober 2021

In Planzeichungen dokumentieren sich über 400 Jahre Leben im Weserrenaissance Schloss Bevern. Für sein prachtvolles Schloss soll Erbauer Statius von Münchhausen dem berühmten Baumeister Hundertossen eigene Planungen vorgegeben haben. Historische Beschreibungen und Zeichnungen geben Aufschluss darüber, wie sich später die Herzöge aus Braunschweig im Schloss in Bevern einrichteten. Als das Schloss 1834 radikal umgebaut wurde zur „Correctionsanstalt“ belegen maßstabgerechte Gebäudepläne, wie alles Herrschaftliche im Gebäude weicht um jetzt Hunderte von Menschen unterzubringen. Erziehungsstift, Kaserne, Flüchtlingscamp und Möbellager - über wechselvolle Nutzungsepochen geben Plandokumente Aufschluss. Erst in den 1980er Jahren gab es neue Planungen, diesmal für ein Kulturzentrum, dessen Einrichtung zugleich Restaurierung und Erhalt der historischen Bausubstanz zum Ziel hat.

Die Ausstellung "Der Plan vom Schloss" zeichnet die spannende Bau- und Nutzungsgeschichte im Weserrenaissance Schloss Bevern anhand von historischen Quellen, Originalplänen, Befundaufnahmen und modernen Architekturzeichnungen nach. Sichtbar wird bei allen Eingriffen und Umgestaltungen die unveränderliche Bedeutung des Schlosses als Baudenkmal von überregionaler Bedeutung.

Neben dem Blick in die historische Planerzählung öffnet sich aber auch ein Blick in die Zukunft: Mit moderner Technik visualisieren Studierdende der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Holzminden die heutige Bausubstanz, erstellen ein digitales Abbild, erkunden das Schloss im Dronenflug und veranschaulichen medial denkbare Sanierungsprozesse. [Mehr erfahren]

Am Ende der Ausstellung wartet ein filmisches Wandelkonzert vom ehemaligen Goldenen Saal bis unter das normalerweise für Gäste geschlossene Dachgeschoss: Das Trio Magenbitter lädt ein zur musikalischen Erkundung samt kleiner Schlossführung.

 

 

Herrn Mayers Obsessionen. 250 historische Brillen und ein Krimi

20. Juni bis 15. August 2021

Der Feuchtwanger Augenoptiker Gerhard Mayer trug im Laufe von 30 Jahren eine umfangreiche Sammlung historischer Brillen, Lorgnetten, Zwicker, Lupen und Etuis zusammen: Schläfenbrillen, Scherenbrillen, Faden- oder Faltbrillen, englische Silberbrille, Ränderbrille, Nürnberger Drahtbrille, Eisenbahnerbrille, Prothesenbrille, chinesische Schildpattbrille, Lorgnette oder Zwicker. Die umfassende Ausstellung gibt einen Überblick über die Entwicklung der Brille, die zuerst wohl in italienischen Klöstern im 13. Jh. in Gebrauch war. Venezianisches Glas war ein begehrter Rohstoff zur Fertigung der Gläser. Auch aus dem Edelstein Beryll wurden Augengläser geschliffen, daher leitet sich unser deutsches Wort „Brille“ ab. Ein weiterer Teil der Ausstellung inszeniert einen Brillenkrimi von Dirk Kruse.

 

 

Foto und Copyright: Fränkisches Museum Feuchtwangen

 

Paula Tobias: Auf den Spuren der ersten Landärztin im Braunschweiger Land. Paula Tobias und die Spanische Grippe

Voraussichtlich ab 1. Mai bis 31. Oktober 2021

Paula Tobias (1896-1970) gehörte zur ersten Generation von Frauen in Deutschland, die studierten und als Ärztinnen arbeiteten. Sie war die erste Landärztin im Braunschweiger Land. Nachdem sie in Kreiensen ab 1914 als einzige Ärztin der Region während des Ersten Weltkriegs die Menschen medizinisch versorgte, gründete sie in Delligsen die erste Mütterberatung der Region.

Ab 1928 lebte und arbeitete Paula Tobias in Bevern. Die Nationalsozialisten zwangen die jüdisch-stämmige Familie 1935 in die Emigration in die USA, wo Paula Tobias nie wieder als Ärztin, sondern als Krankenschwester arbeitete.

Die Ausstellung veranschaulicht eine außergewöhnliche und beispielhafte Lebensgeschichte. Eine neue Themeninsel der Ausstellung beschäftigt sich in diesem Jahr mit der Zeit der „Spanischen Grippe“ um 1918, deren verheerende Wirkung Paula Tobias im ländlichen Industrieort Delligsen aus ärztlicher Perspektive miterlebte.

Kurzfilm und Anleitung zum Download der App „Auf Paula Tobias‘ Spuren durch Bevern“ regen zur weiteren Erkundung an. An mittlerweile 42 „frauenORTE Niedersachsen“-Standorten lädt der Landesfrauenrat dazu ein, bedeutende, heute meist nicht mehr bekannte Frauen an ihren Wirkungsstätten zu „besuchen“. Einen Überblick finden Sie  hier.

Es werden kommentierte Rundgänge durch die Ausstellung angeboten. Termien s.  hier.

 

Der Traum vom neuen Leben. Niedersachsen und das Bauhaus

Film Ausstellungsführung

 

Voraussichtlich ab 1. Mai bis 30. Mai 2021

 
Das Bauhaus, jene 1919 in Weimar gegründete Kunstschule, hatte erkannt, dass die Frage nach zukünftiger Lebensgestaltung eng verknüpft ist mit dem Bedürfnis nach Erneuerung und Modernität des Alltags. Bis heute inspiriert das Bauhaus Architektur, Kunst und Design. Die vom Niedersächsischen Landtag geschaffene Ausstellung veranschaulicht, die sehr sich die Ideen des Bauhauses auch in Niedersachsen verwirklichten und stellt unter anderem Bezüge zu Firmen wie Rasch, Tecta und der Porzellanmanufaktur Fürstenberg her. Kernstück der Schau ist der Grundriss einer Arbeiterwohnung von Otto Haesler im Maßstab 1:1, der eindrucksvoll vor Augen führt, wie raumsparendes und erschwingliches Wohnen in den 1930er-Jahren aussehen konnte.

 

 

Foto und Copyright: Stephanie Waske


 

„d plaziert“ - Stadt.Land.Schloss

Berufsverband Bildender Künstler Niedersachsen

6. November - 12. Dezember 2021

geöffnet: Sa, So und feiertags 10 - 17 Uhr           

Im Jahr 2021 feiern das Land Niedersachsen und die niedersächsische Abteilung des Bundes Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) ihr 75-jähriges Bestehen. Dies wird mit einer Landeskunstausstellung in fünf niedersächsischen Schlössern zelebriert. Für jeden Ausstellungsort wurde ein eigenständiges Konzept entwickelt.

Der provokante Ausstellungstitel d platziert – Stadt. Land. Kunst regt an zur Diskussion darüber, ob und wann Kunst zur rechten Zeit am rechten Ort platziert ist. Dieses kulturelle Netzwerkprojekt zeigt, wie bildende Künstler Niedersachsens mit ihrer Kunst Verbindungen zwischen Menschen, Zeiten und Orten schaffen.

 Foto und Copyright: Christiane Mauthe

 

 

Oskar Dolhart – Ein Künstlernachlass für die Region

 

  5. Juli bis 1. November 2020
  Der Maler und Grafiker Oskar Dolhart (1907-1982) schuf bekannte Werbegrafiken.   
  Darunter den „Kolibri“ der Firma Haarmann & Reimer, aber auch das Logo von Heimbs-  Kaffee, Hahnemühle und für die Grundig AG. Ab 1945 lebte Oskar Dolhart in Bevern und später in Holzminden. Dort schloss er sich der Künstlervereinigung „Der Strom“ an, der auch Rudolf Jahns angehörte. Im Weserbergland schuf er eine Vielzahl von Weseransichten  in Aquarell und Öl. In der Kabinettausstellung ist eine re-präsentative Auswahl aus dem Nachlass von Oskar Dolhart zu sehen.  Der faszinierende Quer-schnitt durch das Gesamtoeuvre zeigt Marine-Ansichten, Gemälde aus dem heimischen Weserbergland,
  Urlaubseindrücke aus dem Süden, Illustrationen und Werbegrafiken.

 

Niedersächsischer Heimatbund eröffnet Landesausstellung „Land der Alleen“ im Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern

Vom 7. Juli bis 29. September 2019
können die Ausstellungsgäste im Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern die schönsten Alleen des Landes Niedersachsen bewundern. Und zugleich viel erfahren. Eine landesweite Kooperation macht‘s möglich. Der Niedersächsische Heimatbund e.V. (NHB) führte von 2015 bis 2018 ein Projekt durch, bei dem eine repräsentative Übersicht über die niedersächsischen Alleen entstand. Im interaktiven Web-Portal „Alleen in Niedersachsen“ meldeten engagierte Bürgerinnen und Bürger niedersachsenweit rund 2.000 Alleen, die anschließend fotografiert und detailliert charakterisiert wurden. Aus dem so entstandenen großen Pool von hochwertigen Fotos präsentiert die Ausstellung eine Auswahl. Sie macht aufmerksam auf die historische Entwicklung der Alleen in Niedersachsen, erklärt die  verschiedenen Baumarten, ihre regionalen Verteilungen und wie durch Alleen ein Beitrag zum Naturschutz entsteht. Zugleich schürt sie aber auch das Interesse vor Ort und informiert die Besucher, wie sie z.B. Baumpate werden können.  Im spannenden Begleitprogramm gibt es Exkursionen zu verschiedenen Alleen-Typen und einen Alleen-Malkurs in der freien Natur.

 

 

 

 

Veranstalter: Kulturressort Landkreis Holzminden in Kooperation mit dem Niedersächsischen Heimatbund e.V. (NHB), der Bingo-Stiftung, dem Heimat- und Geschichtsverein für Landkreis und Stadt Holzminden e.V. und dem Naturpark Solling-Vogler.

 

 

Landwirtschaft der Gifte - ihr Preis für den Menschen. 2. Juni - 23. Juni

Ausstellung „Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen“ im Weserrenaissance Schloss Bevern

Am 2. Juni 2019 eröffnet im Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern die Ausstellung „Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen“. Sie präsentiert ergreifende Fotografien von Pablo Piovano.

1996 genehmigte die argentinische Regierung den Anbau transgener Sojabohnen und den Einsatz von Glyphosat-Herbiziden auf genetisch modifizierten Nutzpflanzen. Nach fast zwei Jahrzehnten, in denen ein Drittel der Landesbevölkerung direkt oder indirekt von Glyphosat-Spritzmitteln betroffen war, ist Argentinien zu einer Feldstudie für Giftkatastrophen geworden. Der Fotograph Pablo Ernesto Piovano suchte zwischen 2014 und 2017 die Menschen am Rande der Felder auf.

Pablo E. Piovano (*1981) lebt als Fotojournalist in Buenos Aires und arbeitet als Fotograf für die Zeitung Página/12. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, unter anderem beim Festival Internacional de la Imagen in Mexiko, den International Photography Awards, den internationalen Fotojournalismus-Preises von Days Japan sowie den Nachhaltigkeitspreis beim LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover.

Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis zum 23. Juni dienstags bis sonntags und feiertags zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Veranstalter: Kaffeestube am Beverbach, Bündnis 90/Die Grünen sowie SPD.

  • Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen
  • Fotos von Pablo Piovano
  • 2. bis 23. Juni 2019
  • geöffnet: Di – So, Feiertage, 10 – 17 Uhr
  • Weserrenaissance Schloss Bevern

 

 

 

 

 

 

 

Kreativ im Weserbergland! Hier lebe ich, hier bin ich (kre)aktiv. 14. April - 19. Mai 2019

Die pure Begeisterung! Kreative des Heimatmuseums Bevern öffnen in großer Sonderausstellung ihre Schatzkästchen

„Kreativ im Weserbergland! Hier lebe ich, hier bin ich (kre)aktiv“ - so titelt die große Präsentation in den Sonderausstellungssälen, mit der das Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern seine Ausstellungssaison eröffnet. Ab dem 14. April um 11 Uhr und bis zum 19. Mai offenbaren die Aktiven des Heimatmuseums im Schloss, wofür ihr Herz schlägt und wofür sie Unmengen an Freizeit aufwenden. Denn meist steht im Hintergrund, was eigentlich das Spannendste ist an den besonders in ländlichen Regionen so wertvollen Heimatmuseen: Menschen, die passioniert sammeln und die ganz genau wissen, welche Hobbies vor Ort besonders reizvoll sind. In der Sonderausstellung „Kreativ im Weserbergland“ stehen darum genau diese Begeisterten im Rampenlicht.

Großes Mitmachprogramm hier zum Download

Die Ausstellung präsentiert ein bemerkenswert vielseitiges Kaleidoskop: Prachtvolle Edelsteine, Opale, Achate oder Jaspis, die oft in filigraner ein liebevolles Modelleisenbahn-Miniaturwunder erstreckt sich in der Ausstellung: Heinz und Florian Kleinod sind die begeisterten Schöpfer und geben ihre Kenntnisse gern weiterHandarbeit geschliffen, gefasst und dadurch zu einmaliger Kostbarkeit veredelt wurden. Auch Fossilien jeder Couleur werden gezeigt, häufig direkt in der Region gefunden. Und beinahe wie Sand am Meer ein „Spülsaum“ faszinierender Muscheln, die an den Stränden aller Sieben Weltmeere gesammelt wurden. Die Liebe steckt immer im Detail – besonders im Modellbau. Wunderbare Modelleisenbahn-Landschaften werben um begeistertes Bestaunen und fachkundigen Austausch. Flugmodelle laden zum nahtlosen Übergang vom Betrachten zum echten Flugerlebnis ein. Aufgeschlossene Gäste können nämlich nicht nur Segelflugmodelle bestaunen oder Augenmaß nehmen an echten Drachen- und Gleitfliegern. Sie können darüber hinaus auch einen virtuellen Flug im Flugsimulator wagen. Oder den Nachbau historischer Musikinstrumenten wie Drehleiern, Holzschuhgeigen oder Hommeln bewundern.

ein Backenzahn vom Mammut,
 ein besonderes Exponat vom Neben all den Ehrenamtlichen reiht sich auch ein berufsmäßiger Künstler mit einigen Werken ein, der schon seit vielen Jahren zum Markenzeichen der Kreativität im Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern geworden ist: Karl Repfennig. Seine Skulpturen prägen den öffentlichen Raum rund um das Schloss. In seinem Atelier im Schloss entstehen immer wieder neue Werke, die dann auf große Ausstellungstournee gehen.

Als roter Faden durch die Ausstellung „Kreativ im Weserbergland“ werden aber auch ungewöhnliche Freizeitbiografien sichtbar, etwa wie ein Bauingenieur sich zum Musikinstrumentenbauer entwickelt, wie klein der Schritt vom Bundeswehrbediensteten zum Hüter eines wertvollen Edelsteinschatzes ist, wie kunstfertig die Silberschmiedekunst des Chemikers ausfällt oder wie begabt ein Landesfinanzverwalter anschauliche Geschichten über regionale Fossilienfunde erzählt.

Besonders interaktive Besuchsangebote laden zur eigenen Erkundung ein. Workshops zum Malen von Tier- und Naturmotiven in Acryl für Kinder und Erwachsene, Modellbauworkshops, Malwettbewerbe, Mineralienbestimmungsstunden sowie mehrere Vorträge und Filmvorführungen finden während der gesamten Sonderausstellungszeit statt. Oder man verdient sich ein „Lokführerdiplom digital“. Das detaillierte Programm kann vor Ort eingesehen werden und ist im Internet einzusehen. Veranstalter der Ausstellung ist das vom Heimat- und Kulturverein Bevern e.V. geführte Heimatmuseum im Schloss.

Ebenfalls im Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern zu besichtigen ist mit Saisonstart auch wieder die frauenORTE Niedersachsen-Dauerausstellung zur Beveraner Protagonistin Paula Tobias und die schlosseigene „Erlebniswelt Renaissance“, in der Interessierte in spannenden Multimedia-Stationen durch die Lebensgeschichte des Schlosserbauers Statius von Münchhausen wandeln können.

Alle Ausstellungen sind geöffnet von Dienstag bis Sonntag sowie feiertags, 10 – 17 Uhr. Führungen auf Anfrage.